Flugblatt der Atomianer

Können Sie Mittelhochdeutsch?

 

Verstehen Sie die Sprache der Minnesänger oder können Sie sogar so sprechen? Diese Sprache wurde in unserem Kulturraum vor ca. 800 Jahren gesprochen.

Beispiel: Diu vil michel ere was da gelegen tot – bedeutet: Vom Tode  war verschlungen die alte Herrlichkeit.

 

In welcher Sprache und mit welchen Zeichen sollen die Menschen nach uns vor dem „Todesmüll“, den wir ihnen hinterlassen, gewarnt werden?

 

Orden der Atomianer

 

Diese kleine Vorstellung hier ist eine Fiktion, aber eine mit einem sehr realen Hintergrund in Anlehnung an den Vorschlag von Experten. Die wollen aufgrund ihrer Ratlosigkeit im Umgang mit dem Atommüll – für den es weltweit keine sichere Endlagerung gibt - das Problem der Verständigung über etwa eine Million Jahre durch eine „Priesterschaft des Atommülls“ lösen!

(Ewiges Feuer, Spiegel spezial, Nr. 7 (1995);  Radio-Feature „Countdown für die Ewigkeit – Atommüll als Kommunikationsproblem“ ,Reinhard Schneider, DLF 30.12.2003)

 

Wer soll die Sicherheit vor dem hochgiftigen Atommüll für mindestens eine Million Jahre sicherstellen? Wer soll das Wissen über unzählige Generationen, Kulturen und Sprachen hinweg bewahren?

Das kann nach Meinung von Wissenschaftsexperten nur durch eine hochmotivierte Priesterschaft des Atommülls“ geleistet werden. Die Zeit drängt. Bevor der Atommüll zum ersten Mal auf diesem Globus in einem „Endlager“ deponiert werden kann, muss diese „Priesterschaft“ mit allem dazugehörenden Wissen versehen werden, denn sie soll ja von Anfang an

* auf die Gefahren des todbringenden Atommülls hinweisen,

* den Atommüll bewachen,

* Sicherheitsmängel bemerken,

* Reparaturen durchführen,

* durch ständige Forschungstätigkeit die Menschheit vor dem Untergang retten

   und das Weiterleben alles Lebendigen auf dieser Erde überhaupt möglich

   machen und

* durch Ernennung neuer Mitglieder das Überleben des Ordens auf ewige Zeiten

   sichern.

Am Vorabend des Untergangs der Menschheit haben wir wenigstens in einem Land der Erde diese Priesterschaft gegründet und sind nun auf der Suche nach weiteren Ordensmitgliedern. Treten Sie ein in den

 

Orden der Atomianer!

 

Information/Koordination:  www.attac.de/index.php?id=3874  - wendanix@t-online.de;  Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V., Tel.: 05841-4684 oder: 05864-986 422;  www.castor.de

Die Katastrophe hat  schon begonnen! Werden Sie aktiv!                                       Bitte wenden!

Unsere „Politiker“ muten uns täglich das atomare Inferno zu. Halten Sie die

Atomenergie für verantwortbar und mit den Menschenrechten vereinbar?                                                                                                                              >>>>>>>>>>>>>>>>> S. 2 :

 

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Freundinnen und Freunde,

wir fordern Sie/Euch auf, an den nächsten Protestaktionen gegen die Atomindustrie -wo immer nur möglich- teilzunehmen – u.a. an der bundesweiten „Endlagerdemo“ am 8.11.2008 in Gorleben (13.00 Uhr)!  Ihre/Eure Solidarität mit dem Widerstand gegen die Atomindustrie ist enorm wichtig!

 

Wir protestieren gegen die Atomenergie,

  • weil diese (auch im Normalbetrieb) umweltzerstörend und todbringend ist (Eine Studie für das EU-Parlament, PE-Nr. 303.110/Oktober 2001, „WISE-Studie“, kommt zu dem Ergebnis: „Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente in Sellafield und La Hague ist die Quelle der weltweit größten vom Menschen verursachten Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt in dem Ausmaß eines sich jährlich ereignenden großen kerntechnischen Unfalls.“),
  • weil sie überflüssig und ungeheuer teuer ist,
  • weil sie die dringend erforderliche Energiewende behindert,
  • weil sie zwangsläufig einen demokratiefeindlichen Polizei- und Überwachsungsstaat mit sich bringt,
  • weil sie auf’s Engste mit der Atombombe und der globalen Verseuchung verknüpft ist (Uranmunitionseinsatz in Jugoslawien, Irak),
  • weil weltweit das Entsorgungsproblem nicht gelöst werden kann  (der Salzstock Gorleben ist –gutachterlich untermauert- u.a. durch Laugeneinbrüche im Deckgebirge völlig ungeeignet),
  • weil die Regierungen die Profite der mächtigen Energiekonzerne schützen und dafür unsere Grundrechte opfern,
  • weil das Gerede vom Atomausstieg eine Lüge ist, vielmehr wird die Atomindustrie nach wie vor hoch subventioniert (siehe u.a. den EURATOM-Vertrag),
  • weil Milliarden dafür ausgegeben werden, die besser für unsere Kinder und soziale Aufgaben eingesetzt würden.

 

Wenn der Castor rollt, herrscht im Wendland der Ausnahmezustand: ca. 18.000 Polizisten gegen 50.000 Einwohner. Die Medien-Öffentlichkeit wird weitgehend ausgeschlossen oder polizeilich gesteuert.  Das darf es nicht mehr geben!

 

Gegen Kriminalisierung und den Abbau der Grundrechte hilft nur eins:

Kommt alle(i.d.R.: im November) ins Wendland, wenn der Atommüll aus dem französischen La Hague in nicht genehmigten Behältern quer durch die Republik nach Gorleben rollt. Denn, lieber mit Spaß aktiv, als todtraurig  radioaktiv. Der wirksamste Schutz der Grund- und Freiheitsrechte besteht darin, sie aktiv wahrzunehmen und  zu verteidigen.

 

Wir fordern: Schützt uns, nicht die Atomindustrie! Sofortige Stillegung aller Atomanlagen weltweit! Suche eines geeigneten Endlagerstandortes sofort!

 

Übrigens, den persönlichen Atomausstieg kann jeder sofort –bei geringen Mehrkosten- volllziehen: Wechsel des Stromanbieters - hin zu atomenergiefreien Versorgern mit Strom aus regenerativen Energien! Info: www.eurosolar.org, www.robinwood.de, www.lichtblick.de, www.ews-schoenau.de, www.greenpeace-energy.de

 

Attac-Gruppe Wendland (www.attac.de/index.php?id=3874 ) - wendanix@t-online.de; Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V., Drawehner Str. 3, 29439 Lüchow-Tel.: +49-5841/4684 – Fax: +49-5841/3197 – e-mail: buero@bi-luechow-dannenberg.de – Internet: www.bi-luechow-dannenberg.de;  www.castor.de

 

Hier Text eingeben.

Wissen um Gefahren des Atommülls sichern!

 

Atomianer

zeitweise bei: Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 


Die Atomianer, eigentlich: „Atomianer – Priesterschaft des Atommülls“, sind eine Gruppe politisch engagierter Atomkraftgegner aus Deutschland (u.a. aus der attac-Gruppe „Freies Wendland“). Zielsetzung der Atomianer ist es die Folgen der aktuellen Energiepolitik, insbesondere der Nutzung der Atomenergie und der Problematik der Endlagerung von radioaktiven Abfällen, in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Experten gehen davon aus, dass Atommüll für mindestens 1 Million Jahre an einem erdgeologisch und klimageschichtlich sicheren Ort eingeschlossen werden muss.

Die Benennung als „Priesterschaft des Atommülls“ geht zurück auf eine Idee des Linguisten Thomas Sebeok. Er schlug die Schaffung einer so genannten „Atompriesterschaft“ vor, die mit eigenen Ritualen und Mythen das Wissen um die Lagerstätten und die damit verbundenen Gefahren durch radioaktive Abfallprodukte mit langen Halbwertszeiten (z.B.: Plutonium239: 24.400 Jahre, Technetium99: 200.000 Jahre) an zukünftige Generationen weitergeben soll.

Diese „Atompriesterschaft“ ist ein Lösungsansatz neben weiteren, die im Rahmen der Atomsemiotik entwickelt werden. Die Problemstellung dabei besteht darin Wege zu finden, wie Informationen über die tödliche Gefahr über eine noch nicht abschätzbare Anzahl von Kulturen und geschichtlichen Abläufen hinweg sprachlich, kulturell und politisch tradiert werden können.

Es ist die Frage zu beantworten, wie bereits heute - vor der Schaffung eines weltweit ersten sicheren Endlagers für tödlich strahlende Abfälle aus der zivilen und militärischen Nutzung der Atomenergie - ein kommunikativ-gruppendynamisches Modell, das eine fast ewig sozial und politisch sichere Perspektive bietet, installiert werden kann, damit das für das Überleben der Menschheit unverzichtbare Wissen über Generationen, Sprachen und Kulturen hinweg bewahrt und weitergegeben werden kann.

Bisherige atomare Katastrophen und Zwischenfälle, die unverantwortlich desolate Behandlung der atomaren Abfälle weltweit, der mangelnde Schutz der Menschen vor Strahlenschäden und damit die Verletzung der Menschenrechte (Schutz des Lebens und der Gesundheit) durch Politiker und Profiteure der Energiewirtschaft haben im Wendland (Landkreis Lüchow-Dannenberg) zur Gründung dieser Atompriesterschaft geführt. Menschen, die damit konfrontiert sind, daß ein -von vielen Wissenschaftlern für völlig ungeeignet gehaltener- Salzstock bei Gorleben allein aus kurzfristigen politischen Motiven zum zukünftigen Standort für atomaren Strahlenmüll bestimmt worden ist, wollen nicht länger hinnehmen, daß die Gefahren und Probleme (besonders die Notwendigkeit eines sofortigen Ausstiegs aus der Atomenergienutzung) medial und kollektiv verdrängt werden.

Die Atomianer beschäftigen sich nicht nur mit Atomsemiotik, sondern auch mit den politologischen, soziologischen, sozialpsychologischen, naturwissenschaftlich-technischen Konsequenzen der täglich drohenden weiteren atomaren Katastrophen, der bisherigen Unfälle (vgl.: Majhak/Ural, Tschernobyl 26.4.1986), Verseuchungen, Vertuschungen, engen Verknüpfungen mit militärischen Nutzungen (u.a. depleted Uranium) etc.. Da die Atomenergie neben Demokratieabbau einen Überwachungsstaat (R. Jungk: Atomstaat) und Verfilzungen zwischen dem militärisch-industriellen Komplex und der Politik nach sich zieht, muss sich die Priesterschaft der Atommülls auch mit Demokratietheorie und Zukunftsforschung befassen (u.a. Methode der "Zukunftswerkstatt"). Fraglich bleibt, ob die Atomianer überhaupt noch etwas nennenswertes zum Schutz der Menschen vor Strahlenschäden erreichen können angesichts der Verseuchungen, mit denen der atomare Kreislauf vom Uranabbau über die Urananreicherung und "Wiederaufbereitung" (jährlich Freisetzung von Radioaktivität im Ausmaß eines kerntechnischen Unfalls wie Tschernobyl; vgl.: EU-Studie) bis hin zu der wahrscheinlich unlösbaren Aufgabe einer sogenannten "Endlagerung" der tödlich giftigen Abfälle verbunden ist.

Die Atomianer sind bereits deutschlandweit bei politischen und kulturellen Veranstaltungen aufgetreten: u.a. bei der "Kulturellen Landpartie" 2004 im Wendland, in Dresden, Gronau, Brokdorf, Krümel/Geesthacht und zuletzt bei der Ausstellung "Stille Tage in Gorleben" des weltbekannten Aktionskünstlers H.A. Schult. Es gibt entsprechende Presseberichte, Fotos und Filmmaterial. In diesem Jahr ist ein Auftritt beim Evangelischen Kirchentag in Hannover geplant (25. - 29.5.2005).

Literatur

  • A. Jensen: Ewiges Feuer, Spiegel spezial 7 (1995)
  • Wie von einem anderen Stern. Können wir Menschen, die erst in 10.000 Jahren leben, vor den Gefahren unseres Atommülls warnen?, ver.di-publik, 08/09-2004
  • Roland Posner (Hg.): Warnungen an die ferne Zukunft – Atommüll als Kommunikationsproblem. Raben-Verlag, München, ISBN 3922696651
  • R. Schneider: Countdown für die Ewigkeit-Atommüll als Kommunikationsproblem, Radio-Feature, DLF 30.12.2003;
  • IPPNW (Hrsg.), Die Endlagerung radioaktiver Abfälle, S. Hirzel-Verlag, Stuttgart 1995;
  • Jeremy Hall, Lebenszeit, Halbwertzeit, Zweitauseneins, Frankfurt/M. 1998;
  • Studie im Auftrag der EU: Mögliche toxische Auswirkungen der Wiederaufbereitungsanlagen in Sellafield und La Hague, Okt. 2001 - Publikation des Europa-Parlaments PE Nr. 303.110.
  • WeblinksPandora's Box: How and Why to Communicate 10,000 Years into the Future (Th. A. Sebeok) (http://www.mat.ucsb.edu/~g.legrady/academic/courses/01sp200a/students/enricaLovaglio/pandora/Pandora.html) (englisch) attac.de/wendland (http://www.attac.de/wendland) (hier auch: Presseberichte, Fotos etc.)

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Atomianer"

 

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